L'ARCADE // Veränderungen und Neuigkeiten

Oktober 2019: ein kurzer Blick zurück

Vor drei Jahren gaben uns über sechzig Menschen ihr Vertrauen und ihre finanzielle Unterstützung, damit sich L'ARCADE auf einen langen, unvorhersehbaren Weg machen konnte. Wir lernen unvorstellbar viel aus dem Hausprojekt, dessen Renovierung und Transformation nur ein kleiner, ein sichtbarer Teil der Veränderung ist. Das Ideenhaus ist als Ort im Dorf und innerhalb der Hausfamilie ein kostbarer Schatz, dessen Verwendung und Öffnung Zeit und Arbeit braucht. Wir sind guter Dinge, dass L'ARCADE ab dem nächsten Frühjahr für Kulturschaffende offenstehen kann. Und wir danken euch allen für eure Geduld und eure Hilfe!

Juli 2019: drei Wochen Elan, Fertigstellen und Geniessen

Während draussen bei fast vierzig Grad immer wieder Schwalbenkinder aus ihren Nestern fallen, weil die frische Luft brauchen, und wir sie vorsichtig zurücksetzen, arbeitet eine kleine Gruppe unermüdlich weiter, damit das Ideenhaus mit vielen Schritten schön, nutzbar und "fertig" wird. Fertig? Das ist diese Jahrhundertbaustelle sischerlich nie. Aber unsere Wohnung hat eine charmante Küche, ein meerblaues Bad und viel Platz zum Erschaffen, Träumen, Arbeiten und Sein. Eine zweite Gruppe folgt und füllt das grosse Haus zum ersten Mal seit Beginn der Renovierungsarbeiten wieder mit Gesang und Bewegung: eine Auswahl an Bildern der move_sound_play week und der singing week rund um Vogelschwärme aus dem Bündnerland, aus der Ukraine, aus dem Baskenland und aus Mazedonien gibt es hier.

Juli 2019: das Ideenhaus bekommt eine Flügel

Seit September 2018 steht im Saal ein Pleyel, der wegen seiner zerfressenen Oberfläche unverkäuflich erschien und eher zufällig bei uns gelandet war. Im Herbst hatte Julian jedes Loch im äusseren Holz des Instruments behandelt, jetzt stimmt der Klavierbauer Loïc Poulard aus Mont de Marsan den 1906 produzierten Flügel - und er bekommt einen Götti, einen Patenonkel: grossen Dank an Franz König für das Übernehmen dieser und der zukünftigen Stimmungen! Die Farbe und der Klang des alten Pleyel füllen unser Ideenhaus wie der Duft von warmen croissants aux amandes.

April 2019: das Ideenhaus in voller Transformation

Mit schier unermüdlicher womenpower machen sich die Zwillingsschwestern Imogen und Ramona, Abélia und Deby ans Werk: mit einem neuen, frischen Blick auf die Baustelle packen sie unvoreingenommen und ohne auch nur einen Tag Pause so sehr an, dass L'ARCADE nach einer Woche zu einem Ort zum Leben wird. Sie wagen es, einen der noch unbetretenen Räume in Stand zu setzen, Boden und Decke zu flicken und daraus ein sortiertes Werkzeugzimmer zu machen; sie bauen ein Holzlager und schaffen es, aus dem Sammelsurium der grossen Baustelle eine zauberhafte Wohnung und einen gemütlichen Schlafsaal zu machen. Wir kochen, putzen, tanken Sonne und verlegen die alt-blauen Plättli/Fliesen, die Anna im Februar nach langer Suche aufgetrieben hatte. Und wir bekommen ein überraschendes Geschenk: der Schreiner Richard Freeth macht unserem Flügel, der bisher keine Füsse hatte, drei neue Beine aus Eichen- und Akazienholz. Jetzt rollt und bremst der alte Pleyel im Saal und wartet auf die Überholung der Mechanik im Juni. Merci!

März 2019: leise Vorfreude und geschmiedete Pläne

Ofeninstallation, Küchenanschluss, Badfliesen, Terassenträume, Gartenarbeit, Dachisolation, Dorfplatzperformances und die Menschen um L'ARCADE herum bekochen und vernetzen: Ideen wie Sand am Meer und ein Ideenhaus, das immer mehr zu dem wird, was wir mit eurer ideellen und finanziellen Hilfe anpacken konnten. Zeit, euch kurz vor dem Endspurt noch einmal DANKE zu sagen! Im Winter 2016/2017 legten rund 70 Menschen zusammen und gaben den Startschuss für den Ideenraum L'ARCADE. Mehr zum Crowdfunding und zur Hilfe im Jetzt findet ihr unter UNTERSTÜTZUNG.

Februar 2019: und plötzlich ist es warm

Anna und Iva bringen das baustellenerfahrene Büssli in die trockene Scheune in Labastide: auf dem Dach transportieren sie die Tür für das neue Bad der Wohnung, und der südwestfranzösische Frühling erwartet sie. Und noch mehr Wärme: die neuen Heizungen funktionieren und die Wohnung ist zum ersten Mal seit Jahrzehnten heizbar und gemütlich. Anna und Iva verputzen eine weitere Wand der Wohnung, speisen mit den Dorfmenschen an langen Tischen und finden die lang gesuchten Plättli für das zweite neue Bad. 

Jahreswechsel 2018/2019: keine Tür nach Labastide

Anna und Abélia wollen am 31. Dezember Büssli und Badezimmertür hinunterfahren und kommen bis Aesch. Die Bremsen des alten VW-Busses geben voll und ganz den Geist auf; im Morgengrauen satteln wir auf das Auto von Almut und Daniel um (ihr seid grossartig, danke!) und fahren ohne Tür und ohne Büssli über die Alpen hinunter ans ligurische Meer. Unser Neujahrsfeuer brennt in den Bergen hoch über der Küste und wir entdecken die atemberaubenden Roya-Schluchten.

April bis September 2018: Frühlingsmauern, Sommerschwalben und Herbstküche

In der Wohnung laufen wir auf dem neuen Travertin-Boden und verputzen über Ostern die Fugen einer der vier Mauern - die grossen Steine bleiben sichtbar. Die Decken werden sauber und die dunklen Balken hell gestrichen, und zusammen mit dem hellen Boden und den fertigen Bad-Wänden ist da jetzt viel mehr Licht. Danke an Julie, Ernesto, Julian und Felix! Wir bitten die Tauben freundlich, unseren Dachboden zu verlassen, tragen sie schlussendlich einzeln hinaus und schliessen alle Öffnungen. Im Juni reisen Julian und Abélia mit vielen kleinen Setzlingen über das streikende Paris in den Garten von Jean-Pierre und Cho-Ming und pflanzen dort das erste Gemüse für den Sommer und den Herbst. Im Juli entsteht im Hof ein kleines Kräuterbeet aus Trockensteinmauern; mit Hilfe von Dominique, Barbara und Thomas verschwindet der Schutt nach und nach. Merci, les amies! Im September reisen wir mit den Bausteinen an, die Anna in der Werkstatt in Basel aus Abfall-Material konzipiert und vorbereitet hat: die Wohnung bekommt eine neue Küche. Die grosszügige Arbeitsfläche aus Platanenholz kommt aus dem Nachbarort (merci à Richard). Die Elektroinstallation in der Wohnung ist fast fertig (merci à Jean-Marc Lamoulie) und die verzwickte Suche nach den richtigen Ofenanschlussteilen geht erfolgreich weiter. Laura bereitet die Wände des zukünftigen neuen Badezimmers vor. Völlig unerwartet finden wir einen Pleyel-Konzertflügel mit nur einem Fuss. Es bleibt spannend!

November 2017 bis Januar 2018: von vielen kleinen zu ein paar grossen Schritten im Ideenhaus  

Seit November 2017 sind wir zwischen Labastide d'Armagnac, Basel und München unterwegs - und überall geht es vorwärts! Das Dach und alle Regenrinnen sind erneuert, der Dachstock/Dachboden wird zu einer Wunderkammer, die Wohnung bekommt neue Innenwände und einen Steinboden: merci à Gilles et Nada Nordmann! Der Holzofen für den Saal ist gefunden und konnte mit der Kollekte des OFENKONZERTS#1 (Anna, Abélia, George & friends im Atelier von Wolfgang Burn in Basel) bezahlt werden. Wir danken allen, die uns seit vielen Monaten mit Vertrauen und Wärme unterstützen und sich mit uns am Wachsen des Ideenhauses freuen!

Juli bis September 2017: die Menschen kommen zurück!

Der Saal ist fertig, wir haben ein Bad, in unserer neuen Alten Küche duftet es: unsere Wärme und Liebe haben das Steinhaus seit zehn Monaten gefüllt und belebt, und jetzt ziehen Sommer und Menschen wieder richtig ein. Am 5. August 2017 zeigte sich L'ARCADE zum ersten Mal wieder der Öffentlichkeit: Die Künstlerin Blandine Galtier stellte einen Monat lang Kupferstiche aus, die sie während ihrer Résidence in Labastide d'Armagnac gedruckt hat. Ihre filigranen, starken Arbeiten passten beeindruckend gut in den großen Steinsaal - der nun endlich geölt, angeschlossen, abgeschlossen und ungemein gemütlich ist. Seit Ende August bereichert ihn ausserdem eine Leihgabe der Familie Viel aus Lacquy: wir danken euch sehr für euer liebes Klavier! Lea und Johannes halfen uns beim charmanten Abnehmen der Wohnungsdecken, und den ganzen Sommer über erfreuen wir uns an schönem Besuch auf der Baustelle und Gemüseüberfluss aus den Gärten.

Mai bis Juli 2017: Sand und Wasser 

Unser neu gebautes Bad ist angeschlossen und funktioniert, und meistens ist das Wasser warm. Die anderen Anschlüsse und der Boiler sind vorbereitet, mit den Abflüssen kämpfen wir noch. Es fehlen noch die Kalkfarbe für die Wände und die Lasur für die fast fertige Holzverkleidung. Wir haben die Wände der Wohnung gesandstrahlt, den kurz ausgestiegenen Compressor besungen und die Dorfmänner in die Flucht geschlagen. Steine und Balken der Wohnung strahlen jetzt und sind bereit für den Sommer und eine belebte, heizbare Zukunft. 

März bis Mai 2017: Zwischenstand und Zukunft

Seit Ende März geht es auf allen vier Teilen und im Hintergrund der Baustelle vorwärts: Strom und Wasser sind abmontiert und werden bis August neu installiert. Eine unserer liebsten Baustellen ist zu einem ersten Abschluss gelangt: das Eichenparkett im Saal ist fast fertig! Bald ist der Saal - bisher Grand Salon genannt - als Proben-, Ausstellungs- und Konzertraum nutzbar. Die Akustik ist noch besser als vorher, das Holz trägt mit und das Singen und Spielen ist ein Genuss.

In den nächsten Wochen werden die Wände der Wohnung, die wir von vielen hundert Kilo Verputzen der letzten Jahrhunderte befreit haben, gesandstrahlt. Wir bauen die Wände des Badezimmers neu und richten die Küche und das große, helle Zimmer (jetzt ohne Trennwände) provisorisch ein.

Das neue Bad hat mit Holzwolle isolierte Wände, ein aus einem Abrisshaus in Basel mitgekommenes Fenster, Oberlichter, einen für Plättli/Kacheln vorbereiten Boden, neu gelegte Wasseranschlüsse - jetzt fehlen der Bodenbelag, das Fertigstellen der hinteren Wand und die Anschlüsse.

Zwischen Holz, Material, Maschinen und der neu entstehenden Alten Küche leben wir mit dem eingepackten Inhalt des ganzen Hauses in einem Raum. In der Alten Küche kommt der neue Wasseranschluss an und verteilt sich hoffentlich bald auf die zwei Bäder und die zwei Küchen. Die im Dezember gestützte Treppe und unser guter alter VW-Bus erweisen uns beste Dienste.

November 2016 bis Februar 2017: Kleine Schritte in der Kälte

Nach bald drei Monaten im kühlen bis eiskalten Steinhaus blicken wir auf viele Arbeitsschritte und Entscheidungen, auf offene Fragen und vor allem auf neue Baustellen innerhalb der Baustelle: wir haben im Saal, in der Wohnung, im ersten Stock und im Treppenhaus gearbeitet, unser Netzwerk in der Region erweitert und nachhaltige und umweltfreundliche Techniken verteidigt und umgesetzt. Im März und April gehen nun andere Handwerker ans Werk und übergeben uns Wohnung und Haus danach mit einem neuen Boden und Wasserleitungen. Ab Ende April verputzen wir alle Wände neu und bauen die Wohnung und das neue Bad fertig. 

Saal im Erdgeschoss Kork-Isolation und Blindboden sind gebaut, der Rahmen für die Kellertreppe ist konstruiert, der Strom ist gelegt und bereit zum Anschliessen, wir haben unser Eichenparkett gefunden und mit dem Legen und mit den vielen Details begonnen, die in einem achthundert Jahre alten Sechzigquadratmeter-Raum ohne gerade oder parallele Wände anfallen. Im darüberliegenden Saal sind die Löcher und morschen Stellen im Holzboden ausgebessert und die Sitze der ehemaligen Kamine geleert.

Mittelteil des Haues Die große Holztreppe ist gestützt und angehoben und wir haben im ersten Stock mit dem Bau eines zweiten Badezimmers begonnen.

Wohnung im Erdgeschoss Die Wände der Küche sind freigelegt, die des Bades werden von Fliesen/Plättli befreit, die Installationen in Bad und Küche verschwinden Tag für Tag, eine deckenhohe Tür wird die beiden Zimmer verbinden. Die Wände zwischen Küche und Esszimmer werden entfernt und der Boden wird tief ausgehoben und isoliert.